Christian Kupke
"...als würde zwischen zwei Subjekten so etwas wie a(mur) existieren." Vortrag zur Frage der psychischen Impotenz im analytischen Diskurs.
Meine Damen und Herren! Von einigen unter Ihnen, sowohl Mitgliedern als auch Nicht-Mitgliedern der >Psychoanalytischen Assoziation - Die Zeit zum Begreifen<, bin ich gebeten worden, doch eine These noch etwas genauer zu explizieren, die ich vor nicht allzu langer Zeit in einem Vortrag zum Verhältnis von Psychoanalyse und Philosophie mit dem Titel "Geschlecht/Geschichte" vertreten habe. Diese These lautet kurzgefaßt folgendermaßen: daß die Aufhebung des von mir so genannten Mangels des geschlechtlichen Seins, der psychischen bzw. psychosexuellen Impotenz, wie Freud es beschreibt - nämlich als "allgemeines kulturleiden" und nicht als die Krankheit einzelner (denn als diese ist sie für mich nur von untergeordnetem Interesse) - im Grunde nur als Simulation möglich ist und daß man daher den durch diese Aufhebung zu erzielenden Genuß auch nur als einen im simulativen Schein voller sexueller Befriedigung sich realisierenden Genuß auffassen kann.