Text-Nummer: 0010

Schaltung am: 01.06.1996
Rubrik(en): Forschung und Wissenschaft
Umfang des Textes in Zeichen: 46761
Verfasser(in): Christian Kupke
Geschrieben am:
Kürzel: CK
Originaltitel: Philosophie und Wissenschaft der Psyche: Ist Philosophie eine Wissenschaft, und kann es eine Philosophie der Psyche geben?
Veröffentlichungsabsicht von/am: Psyche im Streit der Theorien. Beiträge der Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche (Band 1, 1994/1995 ), Würzburg 1996
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Copyright: Christian Kupke
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Diskussion/Leserbriefe:

Christian Kupke

Philosophie und Wissenschaften der Psyche: Ist Philosophie eine Wissenschaft, und kann es eine Philosophie der Psyche geben?

Vortrag in der "Gesellschaft für Philosophie und Wissenschaften der Psyche" am 26.5.94

(Entwurfsfassung)

Meine Damen und Herren! Sicherlich kann man die im Titel meines Vortrages gestellten Fragen auf sehr unterschiedliche Art und Weise zu beantworten suchen; aber sicherlich muß man dabei eine Grundentscheidung treffen, die für die philosophische Forschung immer wieder von großer Bedeutung gewesen ist und die, wenn ich recht sehe, auch weiterhin von großer Bedeutung sein wird: nämlich die zwischen einer historischen und einer systematischen Betrachtungsweise. Im Idealfall - nämlich um der Vollständigkeit halber - wird man wohl beide Herangehensweisen ausprobieren müssen; aber in einem Kurzvortrag wie diesem scheint mir doch die systematische Betrachtungsweise am angemessensten zu sein. Wobei man allerdings immer im Auge behalten sollte, daß auch eine systematische Betrachtungsweise von historischer Relativität ist, d.h. daß die Kategorien, die man in dieser Betrachtungsweise verwendet, allenfalls den neuesten Stand der Begriffsbildung widerzuspiegeln vermögen, und daß es also nicht ausgeschlossen, vielmehr impliziert ist, daß die herangezogenen Kategorien sich in ihrer Bedeutung verändern.
Was nun den soeben bezeichneten "neuesten Stand der Begriffsbildung" anbelangt, so muß ich allerdings auch hier sogleich eine Einschränkung formulieren: Um der Einfachheit willen nämlich, die mir für einen Vortrag wie diesen angebracht zu sein scheint, werde ich fast alle die Probleme nivellieren müssen, die sich ergeben, wenn man die Frage stellt, was denn diesen "neuesten Stand der Begriffsbildung" ausmacht. Mit anderen Worten, ich werde mich auf ein gleichsam "lexikalisches" Niveau begeben und die im Titel gestellten Fragen systematisch so zu beantworten versuchen, daß ich von so etwas wie einem "Konsens in der Begriffsbildung" ausgehen möchte, um - von diesem Konsens mich abstoßend - zu einem Verständnis vor allem von Philosophie und Psyche zu gelangen, das Ihnen vielleicht ungewöhnlich erscheint und selber so etwas wie eine "neue Begriffsbildung" andeuten oder in sie einleiten könnte.


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