Werner Sinkel
Ein klares politisches Signal
Es ist an der Zeit, mit dem Lamento über unterlassene
Schritte zur Vermeidung der Klimakatastrophe Schluß
zu machen. Die Zeit der Appelle ist vorbei. Es gilt,
neue Aufgaben zu stellen. Und da es die Herrschaft
technischer Rationalität ist, der mit ethischen
Argumenten nicht beizukommen ist, sollte auch auf zukünftigen
Klimakonferenzen der UN ein neuer Kurs eingeschlagen
werden. In Genf wurde ein "klares politisches
Signal" gefordert. Die Erfahrung zeigt, daß
sich kaum jemand an die bisher hochgehaltenen Stopschilder
hält.
Die zu stellende Aufgabe muß also eine ökonomische
sein. Eine profitträchtige. Diese Aufgabe kann
nicht die Vermeidung von Produktion beinhalten, sie
muß sich einer Anti-Produktion widmen. Es ist
hohe Zeit, sich wissenschaftlich und technisch der
Neutralisierung des "Treibhausgases" zu widmen.
Und der Frage der Produktion von Ozon und seiner Emission
in hohen Schichten der Athmosphäre. Die Welt lebt
vom Machbarkeitswahn und sie liefert sich den Folgen
seines Kalküls aus. Also macht. Und fangt jetzt
damit an, damit euch nicht die Luft ausgeht, bevor
ihr anfangt schwarze Zahlen zu schreiben.
Das geht nicht? Wieso? Das müßt ihr uns erklären.
Unser Vertrauen in die chemische Industrie ist unerschütterbar.
Ihr werdet schon eine Lösung finden. Ihr müßt
sie finden. Denn weil unser Vertrauen grenzenlos ist,
sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern. Ihr erwartet
doch nicht ernstlich, daß wir unseren alten Ofen
einmotten und frieren, während ihr produziert
und produziert. Also produziert gefälligst.
Und meint ihr Politiker, wir glauben euch? Für
wie dumm haltet ihr uns eigentlich, daß wir euch
abnehmen sollen, es gäbe keine andere Möglichkeit
als den Verzicht? Denn wenn ihr Politiker das wirklich
ernst meinen würdet, dann würdet ihr doch
handeln. Lächerlich: Als gäbe es keine Mittel,
wenn es wirklich nötig wäre. Ihr glaubt doch
selbst nicht daran. Also macht gefälligst eure
Arbeit und hört auf, euch bei Konferenzen glücklich
zu reden. Wieviel haben die Kongresse bisher gekostet?
Ihr wollt uns doch wohl nicht wirklich einreden, daß
ihr inzwischen nicht mindestens genausoviel für
die Entwicklung von Anti-Produktionen ausgegeben habt.
Die Sache mit den Ufos: Das sind doch alles Ozon-Ballons,
die das Zeug hochbringen. Außerdem hat die Begegnung
der dritten Art doch längst stattgefunden, denn
woher wissen die bei Enterprise sonst so genau, wie
man ganze Welten rettet. Warum also wollt ihr, daß
wir uns anders verhalten? Obwohl ihr wißt, daß
irgendwann einer nur einen Knopf zu drücken braucht,
damit die Klimakatastrophe abgewendet wird.
Außerdem fangen jetzt die Olympischen Spiele an.