Text-Nummer: 0057

Schaltung am: 20.06.1996
Rubrik(en): Sport
Umfang des Textes in Zeichen: 1160
Verfasser(in): Carsten Wilp
Geschrieben am: 20.06.1996
Kürzel:
Originaltitel: Fair Play (2)
Provokationen
Copyright: Carsten Wilp
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Carsten Wilp

Fair Play (2): Provokationen

Wer Aggressivität von der eigenen Mannschaft fordert, um beim Fußball zum Erfolg zu kommen, der darf nicht mimosenhaft schmollen, wenn der Gegner sie zeigt. Zum Fair Play gehört es, zugkräftiges Auftreten im Rahmen der Regeln spielen zu lassen. Und das heißt beim Fußball: Zum Treten ist der Ball da. Auch und gerade in einem körperbetonten Spiel, das heftigen Einsatz fordert, müssen Anschläge auf die Spieler den Aggressor abseits stellen. Die Rote Karte (mit ihren Folgen) ist ein probates Mittel zur Abwendung und Ahndung von "Tätlichkeiten".
Wie jede Konsequenz aber, die im Dienste des Fair Play steht, kann auch diese unfair provoziert werden. Es gibt Spiel- und Verhaltensweisen, die eine Tätlichkeit geradezu herausfordern. Zum Fair Play des Fußballs als Spiel würde es gehören, solche Provokationen ebenfalls zu ahnden. Nicht nur die "Schwalbe" verdient - als offensichtliches Betrugsmanöver - eine gelbe Karte. Aber Schiedrichter, die schon in solchen Situationen überfordert sind, wären dies wohl auch bei der richtigen Beurteilung einer Provokation. Ein Argument mehr für professionelle Schiedsrichter?


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