Carsten Wilp
Fair Play (2): Provokationen
Wer Aggressivität von der eigenen Mannschaft fordert,
um beim Fußball zum Erfolg zu kommen, der darf
nicht mimosenhaft schmollen, wenn der Gegner sie zeigt.
Zum Fair Play gehört es, zugkräftiges Auftreten
im Rahmen der Regeln spielen zu lassen. Und das heißt
beim Fußball: Zum Treten ist der Ball da. Auch
und gerade in einem körperbetonten Spiel, das
heftigen Einsatz fordert, müssen Anschläge
auf die Spieler den Aggressor abseits stellen. Die
Rote Karte (mit ihren Folgen) ist ein probates Mittel
zur Abwendung und Ahndung von "Tätlichkeiten".
Wie jede Konsequenz aber, die im Dienste des Fair Play
steht, kann auch diese unfair provoziert werden. Es
gibt Spiel- und Verhaltensweisen, die eine Tätlichkeit
geradezu herausfordern. Zum Fair Play des Fußballs
als Spiel würde es gehören, solche Provokationen
ebenfalls zu ahnden. Nicht nur die "Schwalbe"
verdient - als offensichtliches Betrugsmanöver
- eine gelbe Karte. Aber Schiedrichter, die schon in
solchen Situationen überfordert sind, wären
dies wohl auch bei der richtigen Beurteilung einer
Provokation. Ein Argument mehr für professionelle
Schiedsrichter?