Steve Miller
Panem et Circenses - Atlanta '96 (2)
Eine Goldmedaille scheint Deutschland in Atlanta sicher zu sein: Die für das mediengerechte Räkeln schöner Sportlerinnen. Und dafür, daß Steffi Graf nun die Fahne nicht tragen wird, entschädigt die Präsentation des "Fähnleins" durch Franziska van Almsick. Amerika schwärmt. Fotos in der "New York Times": Welche amerikanische Schwimmerin könnte damit aufwarten? So schlägt der amerikanische Puritanismus wieder einmal Purzelbäume: Was sonst nicht geht, unter dem Banner des Sportes ist es möglich. Körperertüchtigung steht hoch im Kurs. Und hier ist er unverdächtig: der Blick auf frisches Fleisch. Franziska van Almsick wird dabei gerade in der richtigen Pose erwischt. Denn noch befindet sie sich im Übergang von der "natürlichen" (und das heißt in Amerika: mädchenhaft-sportlichen) zur "erotischen", fraulichen Ausstrahlung. Aber hier ist Vorsicht geboten: Ein kleiner Zug mehr Laszivität - und schon ist's aus mit dem deutschen Fräuleinwunder. Gewinnt Franziska van Almsick jetzt auch noch eine Goldmedaille, dann können es "ihre" Spiele werden. Denn das mögen die Amerikaner: sportliche Haut, die sich als Wert auch in barer Münze darstellt und die für den Sponsor schwitzt. Daß man darüber spekuliert, ob sie noch jungfräulich ist, zeigt, daß "Franziska" gut daran tut, sich nicht allzuoft mit ihrem Freund zu zeigen, denn "Frau van Almsick" hätte nicht mehr einen gar so goldigen Reiz.