Text-Nummer: 0137

Schaltung am: 17.10.96
Rubrik(en): Sport
Umfang des Textes in Zeichen: 1368
Verfasser(in): Carsten Wilp
Originaltitel: Kaiserschmarrn
Copyright: Carsten Wilp

Carsten Wilp

Kaiserschmarrn

Champions-Leaguezeit. Atletico Madrid gegen Borussia Dortmund. Verspricht ein interessanter Fußballabend zu werden. Zurücklehnen also. Fernseher an. Umff.
Womit haben wir das eigentlich verdient? Wer hat eigentlich damit angefangen? Wir wollten Tennis sehen - und hörten die Stimme von Beckers ehemaligem Trainer Bosch. Wir wollen ein Gespräch über Literatur hören - und sehen nichts als Päpste. Wir wollen Fußball sehen - so ein Schmarrn. Wer bestraft uns eigentlich wofür, daß wir uns immer wieder dieselben Kommentare anhören müssen? Sehen wir es realistisch: Die Werbung zwischen den Spielzügen ist nötig, damit die Sender Geld verdienen. Das Geld brauchen sie, um kaiserliche Gagen zu zahlen. Wenn also ... - könnten wir da nicht zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen? Da, schon wieder. Ton aus. Aber es hilft nicht. Man sieht schon an der Mimik, welchen fachkundigen Rat er gerade gibt. Also Bild aus.
Hm. So düster sollte der Fußballabend eigentlich nicht aussehen. Fernseher an. Schaun wir mal. Was redet er ... ? Wenigstens kommentiert er nicht das ganze Spiel. Gab es auch schon. Reif sei Dank.
Uff. Geschafft. Mindestens 45 Minuten Ruhe. Aber vornehmen:
Die privaten Fernsehanstalten darauf hinweisen, daß das Mitbringen eines ungebetenen Gastes einmal ja noch angehen mag. Aber dauernd? Am Ende zieht er noch ganz ein ...


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