Carsten Wilp
Kaiserschmarrn
Champions-Leaguezeit. Atletico Madrid gegen Borussia
Dortmund. Verspricht ein interessanter Fußballabend
zu werden. Zurücklehnen also. Fernseher an. Umff.
Womit haben wir das eigentlich verdient? Wer hat eigentlich
damit angefangen? Wir wollten Tennis sehen - und hörten
die Stimme von Beckers ehemaligem Trainer Bosch. Wir
wollen ein Gespräch über Literatur hören
- und sehen nichts als Päpste. Wir wollen Fußball
sehen - so ein Schmarrn. Wer bestraft uns eigentlich
wofür, daß wir uns immer wieder dieselben
Kommentare anhören müssen? Sehen wir es realistisch:
Die Werbung zwischen den Spielzügen ist nötig,
damit die Sender Geld verdienen. Das Geld brauchen
sie, um kaiserliche Gagen zu zahlen. Wenn also ...
- könnten wir da nicht zwei Fliegen mit einer
Klappe schlagen? Da, schon wieder. Ton aus. Aber es
hilft nicht. Man sieht schon an der Mimik, welchen
fachkundigen Rat er gerade gibt. Also Bild aus.
Hm. So düster sollte der Fußballabend eigentlich
nicht aussehen. Fernseher an. Schaun wir mal. Was redet
er ... ? Wenigstens kommentiert er nicht das ganze
Spiel. Gab es auch schon. Reif sei Dank.
Uff. Geschafft. Mindestens 45 Minuten Ruhe. Aber vornehmen:
Die privaten Fernsehanstalten darauf hinweisen, daß
das Mitbringen eines ungebetenen Gastes einmal ja noch
angehen mag. Aber dauernd? Am Ende zieht er noch ganz
ein ...