Carsten Wilp
Zack
Wenn ein Journalist einen anderen zum Schwitzen bringt, dann wünscht man sich manchmal: stay, just a little bit longer ... Küppersbusch' Ausflug in den Sport, bei dem Marcel Reif sich ein kühles Blondes wirklich schwer erarbeitete, zapfte statt des üblichen Schaums Substanz. Der Auftritt Reifs bei "Zack" lieferte die erste nennenswerte Begründung für die Dauerpräsenz Beckenbauers im Privatfernsehen: Das "Haßpotential" gegenüber Bayern München steigert die Einschaltquoten. Wenn wir das nächste Mal "ran an die Werbung" einschalten, dann wissen wir, warum wir das zweite Drittel unserer samstäglichen Fußballzeit mit Ledernacken des Marketings verbringen, die um jedes Gurkenspiel der Woche ein Gewese machen, als sei es der ultimative Kick. Super, Küppi. Und wenn das Direkt-Marketing uns fragt: Die Tränen, die uns beim Zack-Bericht über Hamborn 07 in den Augen standen, sind ein interessanterer Faktor als das Gähnen bei der "Fußballshow" oder die Sehnenscheidenentzündung, die uns beim Wegzappen inzwischen chronisch geworden ist. Letztens wurde daselbst von einem Sportreporter nach Heribert gerufen. Es scheint, als merkten langsam auch die Beteiligten, was da Samstags läuft: Zuschauer on the run. Und auch wenn uns keine Alternative mehr geboten wird: bloß weg. Es sei denn, "Zack" zeigt uns mehr von Hamborn - dann wissen wir, wo wir unsere Samstagnachmittage in Zukunft verbringen.