Marie-Louise Beck
Transrapid ade?
Die Prognosen für die Wirtschaftlichkeit des Transrapids
sehen ohnehin schon nicht gut aus. Nun finden sich
die Planer auch noch einem unerwarteten Gegner konfrontiert:
Einer privaten Eisenbahnverbindung zwischen Hamburg
und Berlin.
Umweltschützer haben dieses Ei der freien Marktwirtschaft,
vom Hahnentritt ökologischer Interessen befruchtet,
ausgebrütet. Nun wird es sich zeigen, wie frei
die Wirtschaft ist und wie mit drohender und faktischer
Konkurrenz umgegangen werden wird. Und es wird sich
zeigen, ob nicht schon die Ankündigung der Umweltschützer
das ökologische Ei des Kolumbus ist: Denn nun
wird deutlich, ob es sich beim Transrapid um ein internationales
Prestigeobjekt oder um ein Verkehrsmittel handelt,
das Reisende zwischen Berlin und Hamburg auch wollen.
Bisher - weil nach Bau des Transrapid der IC-Verkehr
eingestellt werden sollte - mußten die zukünftigen
Reisenden den Transrapid wollen. Das Projekt der Umweltschützer
mischt die Karten neu. Man darf gespannt darauf sein,
wer das Spiel macht.